Die genaue Herkunft des Altars in der St. Martinskirche

ist nicht bekannt. Es ist ein spätgotischer Schnitzaltar, der zwischen 1450 – 1500 in Norddeutschland entstanden sein wird.  

1730 gab es eine barocke Erweiterung, und zwar die Predella, die Schnitzerei unterhalb der Altarflügel und der mächtige Aufsatz mit Rankenwerk (friesischer Barock) oberhalb der figürlichen Darstellungen.  Die farbigen Fassungen wurden 1735 und 1839 erneuert. Die Veränderung des Altars steht im Zusammenhang  mit der weiteren barocken Ausstattung durch die neue Orgel und die barocke Raumausmalung ab 1717.

 

Auf der Rückwand trägt der Altar zwei Inschriften:

„Dieser Altar ist durch eine freiwillige Spende 1730 renovieret 1735 angemalet“. Weiter rechts unten „Im Jahre 1839 wurde dieser Altar durch eine freiwillige Collecte renoviertet, angemalet und vergoldet.“  Weitere Inschriften gibt es von 1922 und 1965. 

Dreiflügeliger Altar der St. Martinskirche in Tettens mit der Erweiterung durch das barocke Rankenwerk - nach der Restaurierung 19981998 erfolgte eine restauratorische Befunduntersuchung und ein Restaurierungskonzept. Danach erfolgte dann die Restauration.

 

Die Vorderseite zeigt im Mittelfeld die Kreuzigung Christi samt den Schächern und traditionellen Gruppen unter dem Kreuz.

 

 

die Gruppe der Soldaten unter dem Kreuz des mit Christus an seiner Rechten gekreuzigten Verbrechers.Rechts im Bild und unter dem Kreuz des zu Jesu Rechten gekreuzigten Verbrechers zeigen sich triumphierende Zeitgenossen und Soldaten. Unter dem Kreuz Christi schweben Engel - hier nur einer im Bild - um sein aus den Nagelwunden herabtropfendes Blut in Kelchen aufzufangen.

maria in der Gruppe der Trauernden Im Bild und links unter dem Kreuz, ist eine zeitgenössisch gekleidete Frauengruppe um Maria dargestellt. Diese, vom Schmerz überwältigt dahinsinkend, wird von zwei Trauernden gestützt.

 

Die Seitenflügel enthalten in je sechs Teilfeldern Szenen aus dem Leben der beiden Heiligen Martin von Tours (links vom Betrachter, oder auf der Nordseite) und Thomas von Canterburry (rechts).

Erst Pastor Hans Thorade (1925 – 1953 in Tettens) gelang die Zuordnung der Bilder zu den Lebensläufen der beiden Heiligen und ihm verdanken wir die heutige (den Heiligenlegenden entsprechend) Reihenfolge der Bilder.

 

Die beiden Heiligen St. Martin und St. Thomas gelten als Sinnbilder der beiden Früchte des heiligen Geistes, ohne die unsere christliche Kirche zu keiner Zeit glaubwürdig existieren kann, nämlich Diakonia (Dienst am Nächsten: Martin/Mantel teilen) und Martyria (Zeugnis geben von Gott noch unter Lebensgefahr: Thomas).

 

Dieser Altar stellt aufgrund seiner Darstellung Thomas Beckets eine Kostbarkeit dar. 1538 hat Heinrich VIII. von England in England alle nach Becket benannten Kirchen und Altäre vernichten lassen. In England findet man somit  keinen „Becketaltar“ aus dieser Zeit.

 

Einen Altar mit Szenen aus dem Leben Beckets - in dieser Größe dargestellt -  findet man in Deutschland nur in Rostock, Hamburg, Wismar, Freiburg und eben noch in Tettens.

 

Bis Ende der zwanziger Jahre war es nicht bekannt, welche Personen der Altar überhaupt darstellt. Dies ließ den damaligen Pastor Hans Thorade (1925 – 1953) nicht ruhen und er begann mit der Erforschung. Die Figuren im linken Flügel wurden alsbald als Martin von Tours identifiziert, aber der rechte Flügel machte große Probleme.

 

Thorade setzte sich mit Universitätsprofessuren in Verbindung und mit Hilfe eines Greifswalder Professors wurde festgestellt, dass es sich im rechten Flügel um Thomas Becket handelt.

Er setzte sich außerdem mit dem damaligen Erzbischof von  Canterbury, Dr. Davidsen, in Verbindung. Dieser verständigte sofort englische Kunstgelehrte, die sich mit Thorade in Verbindung setzten. Bis dato war bei Historikern in England nicht bekannt, dass es außerhalb von England einen Becketkult gegeben haben musste.

 

Allein dem Pastor Hans Thorade ist es zu verdanken, dass es hier Nachforschungen gab und so fand man viele weitere Altäre an der Nord- und Ostsee (bis hin nach Ostpreußen) mit Becketmotiven, aber keine so ausgeprägt wie bei den Altären in Tettens, Hamburg, Rostock, Wismar und Freiburg.

Die Entstehung der Thomasaltarbilder bei uns erklärt sich wahrscheinlich daraus, dass auch aus  Deutschland damals Wallfahrer nach Canterbury zogen.

 

1928 reiste Thorade mit seinen Informationen und Fotografien nach England, wobei er mit dem damaligen Erzbischof von Canterbury zusammentraf. Er pflegte gute Kontakte dorthin.  Nach seinem zweiten Besuch seinerseits in England erfolgte 1935 ein Gegenbesuch 

des Hofpredigers des englischen Königs in Tettens. 1936 besuchte Thorade diesen in London und wohnte im Schloss Windsor. In einem umfassenden englischen Werk über Becket findet auch Thorade Erwähnung, dass er die St. Thomas Forschung in Deutschland eingeleitet habe. Thorade bekam in dieser Zeit auch Besuch von anderen Pastoren aus England, die sich alle den Altar in Tettens ansehen wollten. 

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Tel.: 04463 444

 

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Tel.: 04463 444

anna.bernau(at)kirche-oldenburg.de

 

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