Das Sakramentshaus

Sakramentshaus aus Baumberger Sandstein gemeißelt, St. Martinskirche Tettens
Sakramentshaus aus Baumberger Sandstein gemeißelt, St. Martinskirche Tettens
Löwenfigur am Fuß des Sakramentshauses in St. Martin Tettens
Löwenfigur am Fuß des Sakramentshauses in St. Martin Tettens

Ganz in der Nähe des Altars steht das Sakramentshaus, ein weiteres wertvolles und schönes Stück Inventar unserer Kirche. Wahrscheinlich ist es eine westfälische Arbeit aus Baumberger Sandstein (Sandsteinbrüche westlich von Münster), aufgebaut 1523/ 1525. Es diente in den Jahrhunderten katholischer Messe in der St. Martinskirche zur Aufnahme der gewandelten Hostie.

 

Wer der Meister dieses Kunstwerkes ist, konnte leider nicht herausgefunden werden. Sieht man sich andere Werke des Meisters Bunnekemann aus Münster aus, entdeckt man große Ähnlichkeiten.

 

Aus alten Urkunden geht aber hervor, das in Emden ebenfalls ein Bildhauermeister zur gleichen Zeit tätig war, der ähnliche Arbeiten hergestellt haben soll.

 

Am kreuzförmigen Sockel befinden sich 3 Löwen und 1 Hund. Bis zur Spitze sind es 8 m.

 

Der Löwe kommt in der christlichen Kunst in verschiedenen Zusammenhängen vor (z.B. Evangelistensymbol für Markus). Als Stützfigur benutzte man sie oft bei kirchlichen Ausstattungsgegenständen.

 

Kaum eine Mythologie kommt ohne den Hund aus. Im Christentum gilt er meist als theologische Tugend des Glaubens.

 

Die lateinische Inschrift lautet:Anno Domini MCCCCCXXIII obiit venerabilis dominus alvericus pastor huius ecclesie in pio leto Crispini et Crispiniani cuis anima requiescat in pace. Amen „Im Jahre des Herrn 1523 verschied Ehrwürden Herr Alverich, Hirte  dieser Gemeinde , am Gedenktag von Chrispin und Chrispian. Seine Seele ruhe in Frieden.“.

 

Dieser Todesfall steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Entstehen dieses Monuments

Sakramentshaus - Monument aus Baumberger Sandsein

Aufnahme aus der Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Das Sakramentshaus steht noch vorn im Mittelgang der Kirche und der Taufstein zur Gemeinde hin ebenfalls mittig.Von 1936 bis 1937 erfolgte durch die Firma Hülskötter, Jever, eine umfangreiche Renovierung. Das Sakramentshaus war bereits seit 1904 sehr marode und man hatte beim Abbau große Angst, dass es komplett zusammenfallen würde. So zerlegt Meister Hülskötter das Kunstwerk in 150 Einzelteile.

 

Vor dem Abbau des Sakramentshauses stand dieses - wie die Aufnahme aus der Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zeigt -  in der Mitte vor dem Altar. Der Taufstein hat ebenfalls einen anderen Standort - hier vor dem Sakramentshaus zur Gemeinde hin.

 

Nach dem Wiederaufbau des Sakramentshauses 1937 wurde es an die Seite gestellt. Dabei nahm man auch Veränderungen am Gestühl vor und die Grabplatten der Pastoren wurden an die Wand gestellt.

 

Am 6. Oktober 1937 fand dann die feierliche Einweihung statt. Den Bombenangriff am 11. Februar 1943 (eine Luftmine fiel in den Garten der Pastorei) hat das Sakramentshaus ebenfalls gut überstanden, obwohl die Kirche selbst komplett abgedeckt war.

Die spätgotische Steinmetzarbeit beeindruckt den Betrachter immer wieder durch die eleganten Formen und die Sorgfalt mit der das schwere Material bearbeitet wurde. Bei der Betrachtung denkt man leicht an eine Verkleinerung gotischer Kirchtürme, großer Kathedralen.

An der Nordseeküste gibt es vier dieser Sakramentshäuser. In Stadt Norden, in Arle bei Norden, in Tettens und in Dorum (bei Bremerhaven). Sie sind wahrscheinlich um die gleiche Zeit entstanden. Die beiden größten und schönsten Sakramentshäuser stehen in Tettens und Dorum.

 

Am Sakramentshaus befindet sich auch ein Doppeladler und scheint das bekannte Middoger Wappen zu sein.

Blick durch das Gitter auf die Abendmahlsgeräte im Sakramentshaus der St. Martinskirche Tettens. Kelche und Kannen sind aus den Gemeinden Tettens und Middoge zusammengetragen. 

Das zweite Stockwerk enthielt den Raum zum Aufbewahren der Hostie; war damit also ein Vorläufer des Tabernakels in der katholischen Kirche. Im Konzil von Trient im Jahre 1564 wurde angeordnet, diese in Zukunft in einem Tabernakel auf dem Altar aufzubewahren.

Heute wird das Abendmahlsgerät hier aufbewahrt und zum gottesdienstlichen Gebrauch jeweils aus dem Schrank genommen. Hinter dem historischen Gitterwerk haben die Verantwortlichen aus dem Gemeindekirchenrat eine einbruchshemmende Sicherheitsglasscheibe anbringen lassen.

Kontakt

Kirchengemeinde Tettens/Middoge

Schmiedestraße 7

26434 Tettens

Tel.: 04463 444

 

Pastorin ab 1. September 2016

Pastorin Anna Bernau

Tel.: 04463 444

anna.bernau(at)kirche-oldenburg.de

 

Kirchenbüro

Freitags 8.00 - 12.00 Uhr

Tel.: 04463 444

E-Mail: christine.conring(at)kirche-oldenburg.de

 kirchenbuero.tettens-middoge(at)kirche-oldenburg.de

 

Der Gemeindekirchenrat Tettens

Der Gemeindekirchenrat Middoge

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