Kirchenstühle waren nicht nur eine Möglichkeit, Platz zu nehmen, sondern auch Statussymbole

Schnitzerei im Gestühl an der Südseite beim Taufbecken der St. Martinskirche: Jahreszahl Anno 1672
Schnitzerei im Gestühl an der Südseite beim Taufbecken der St. Martinskirche: Jahreszahl Anno 1672
Hausmarke an der Kirchenbank auf der Südseite der St. Martinskirche Tettens
Hausmarke an der Kirchenbank auf der Südseite der St. Martinskirche Tettens

Anfangs war die Kirche eine große leere Halle, in die man bei Notzeiten, vor allem bei Sturmfluten mit seinem Vieh hineinflüchten konnte. Als später die ersten Deiche gebaut wurden, nahm die Sturmflutgefahr ab und man konnte 1505 die ersten Bänke einbauen. Das Kirchengestühl insgesamt zeigt den Übergang von der Renaissance in den Barock. Sitzmöglichkeiten wurden immer wichtiger. Wandelte sich doch jetzt der Gottesdienst durch die Reformation. Rituale, Liturgien standen jetzt nicht mehr im Vordergrund, sondern die Predigt, das gesprochene Wort Gottes. Hatte doch Martin Luther die Bibel ins Deutsche übersetzt. Gottes Wort wurde jetzt nicht mehr in lateinischer, sondern in deutsch, friesisch oder plattdeutsch überbracht. Die Menschen hörten zu.

 

Vornehme Famiilen konnten sich einen eigenen "Kirchenstuhl" leisten: keine einfache Bank, sondern einen Einbau, manchmal sogar vergittert oder sogar verglast. Dort war man von dem einfachen Volk getrennt und konnte vielleicht sogar mit einem Stövchen etwas Wärme an die Füße bringen.

 

Reiche Familien ließen sich so eigene Kirchenstühle bauen, andere – nicht so reiche Bauern und Geschäftsleute – zahlten eine bestimmte Summe in die Kirchenkasse und durften dann einen vorhandenen Kirchenstuhl für sich ausmalen oder mit ihrem Namen und Wappen verzieren lassen.


Der letzte Stuhl, links wenn man nach hinten in die Kirche geht, trägt eine Hausmarke, nämlich eine Wolfsangel, die auch auf der Ahrendschen (Zissenhausen) Grabplatte zu finden ist. Verschiedene Sitzplätze trugen ein Kronwappen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass sie zu einstigen adeligfreien Landgütern gehörten.

 

Es kam oft zu Auseinandersetzungen, wenn Kirchenbankbesitzer ihre Bank besetzt fanden. Ab 1966 gibt es diese Regelung nicht mehr. Man hat das Gestühl übermalt, jeder kann sich jetzt hinsetzen, wo Platz ist.

 

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Tel.: 04463 444

 

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Tel.: 04463 444

anna.bernau(at)kirche-oldenburg.de

 

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Tel.: 04463 444

E-Mail: christine.conring(at)kirche-oldenburg.de

 kirchenbuero.tettens-middoge(at)kirche-oldenburg.de

 

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