Ansprache zum 40 jährigen Bestehen des Mahnmal

Feier zum 40jährigen Bestehen des Ehrenmals in Tettens am 11. Juni 1995

 

Beginn mit dem alten Soldatenlied "Fern bei Sedan ..."

 

Sehr verehrte Damen und Herren, meine lieben Freunde!

So ging 1918 der Erste Weltkrieg mit vielen dieser Gefallenen, es sollen laut Geschichtsschreibung  neun Millionen gewesen sein, zu Ende. Die Namen der Gefallenen aus unserer Kirchengemeinde Tettens wurden damals auf einer Gedenktafel in unserer Kirche an der Wand eingemeißelt. Diese Tafel muss dann wohl Herrn Dr. Bernhöft, unse­ren damaligen Pastor, im Dezember 1953 von Wiarden nach Tettens gekommen, bewegt haben, auch für die Gefallenen des Zweiten Welt­krieges solches anfertigen zu lassen. Aber wie und wo war dann wohl die Frage. Nach den ersten Besprechungen mit seinem Kirchenrat ist er dann noch viele Male zu seinem ersten Vertreter Ernst Habben gelaufen, um Weiteres festzulegen.

 

Gedenkgottesdienst anlässlich des 40jährigen Bestehens der Mahnmalanlage an der Südseite des Friedhofs in Tettens.Das Bild zeigt eine Momentaufnahme aus dem Gedenkgottesdienst am 11. Juni 1995 mit Pastor Fritz Weber. Ein Teil der Vereinsabordnungen ist zu sehen, die Fahnenträger haben ihre Fahnen mitgebracht - wie es sonst nur zum Gottesdienst am Volkstrauertag bzw. in Tettens am Totensonntag geschieht.

 

Auch mit der Gemeindeverwaltung nahm er Verbindung auf, und weil unser Gemeindedirektor Heinrich Tirre ein offenes Ohr hatte, war man sich schnell einig, eine Gedenkstätte an der Südseite des Friedhofs zu errichten. Da stand nun aber das kleine Haus vom einstigen Bäcker Wichmann, daneben das kleine Tor mit dem Treppenaufgang zum Friedhof und der große Birnbaum, der dem Schmied Zimmering gehörte.

Nachdem dann aber dem Architekten Johann Frerichs aus Garms der Auftrag erteilt und alle Genehmigungen eingeholt waren, war auch der Kaufvertrag über das kleine Haus abgeschlossen und Herrn Zimmering versprochen, den Birnbaum auf die andere Seite seiner Garage umzupflanzen.

Die Namen der Vermissten von 1942 / 43 / 44

Links sehen Sie eine Abbildung der Tafel mit den Namen der Menschen, die in den Jahren 1942 bis 1944 vermisst wurden.

 Es ließen ihr Leben 1944

Für die Angehörigen der Männer, deren Namen rechts verzeichnet sind, gab es keinerlei Hoffnung mehr.

"Es ließen ihr Leben 1944..."

 

 

Wenn auch von allen Vereinen freiwilliger Arbeitseinsatz zugesi­chert worden war, so fehlte aber dennoch das nötige Geld, und dazu wurde zur Spendenaktion aufgerufen, und siehe da, es kam soviel Geld zusammen, dass man ohne Hemmungen beginnen konnte.

Das Haus wurde abgerissen, die Fundamente ausgehoben und wieder voll Beton gegossen. Dann wurden die angefahrenen Felsklötze von einer Steinmetzfirma aus Varel zurechtgeschlagen und von der örtlichen Baufirma Fritz Hinrichs zu einer Wand aufgemauert. Nun war aber hinter der Wand ein großes Loch entstanden, was wieder durch freiwillige Arbeitskräfte mit ab gepflügtem Boden von Strassenbermen aufgefüllt wurde. Dazu hatten natürlich ein paar Bauern ihre Gespanne zur Verfügung gestellt. Auch zum Auffüllen des Vorplatzes und für die Pflasterarbeiten waren immer genug Helfer be­reit. Alles war damals eben noch Knochenarbeit, denn mit modernen Maschinen war damals noch nichts.

Es ließen ihr Leben 1944 und 45

Zuletzt war dann noch einmal die Steinmetzfirma dran, um die Namenstafeln einzusetzen und die drei großen Kreuze, gefertigt nach dem Emblem vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, auf­zustellen.

Die Namen der Gefallenen aus dem Jahr 1939 43 - Gedenktafel an der Südseite des Friedhofs in Tettens aus dem Jahre 1955

Links die Toten der Jahre 1945 und 1944, rechts die Namen derjenigen, die zwischen 1939 und 1944 "ihr Leben ließen".

 

Auch die Namenstafeln aus der Kirche wurden an der Wand bei den Treppenstufen mit eingemauert. Daneben schrieb man den Spruch: "Steh, Enkel, und lies mit Ehrfurcht die Namen."

 

Gedenktafel mit den Namen der Toten, die im ersten Weltkrieg umgekommen sind. Diese Tafel hat zunächst bis zur Errichtung des Mahnmals in der St. Martinskirche gehangen.Links die erste Gedenktafel mit den Namen der Toten,  die im ersten Weltkrieg umgekommen sind. Diese Tafel hat zunächst bis zur Errichtung des Mahnmals in der St. Martinskirche gehangen.

Zweite Gedenktafel mit den Namen der Toten, die im ersten Weltkrieg umgekommen sind. Diese Tafel hat zunächst bis zur Errichtung des Mahnmals in der St. Martinskirche gehangen.

Hier rechts ist die zweite dieser "alten" Tafeln abgebildet.

 

So konnte dann unser damaliger Pastor Herr Dr. Bernhöft am 22. Mai 1955 ein gelungenes Werk feierlich enthüllen. Solche Gedenkstätten, ob hier in Tettens oder auch wo immer sonst, sollten wir gleich als Mahnung ansehen, als Mahnung zum Frieden, den wir ja nun gottlob durch gemeinsames Wirken durch Verbände, Vereine und unserer Regierung 50 Jahre lang erhalten haben. Immer sollten wir daran denken, dass solches wie der Zweite Weltkrieg mit solchen Strapazen für die Soldaten, dem Flüchtlingstreck und der Endziffer von 55 Millionen Toten an den Fronten und in aller Herren Länder und in den Städten durch das herzlose Bombardieren nie wieder geschehen darf. Davor bewahre uns Gott.

gez. Bernhard Ulrichs

 

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