Mittelteil des Altaraufsatzes in der St. Marienkirche Oldorf mit der Kreuzigungsszene
Mittelteil des Altaraufsatzes in der St. Marienkirche Oldorf mit der Kreuzigungsszene

Als Altarretabel (von lat. retro tabula altaris „Tafel hinter dem Altar“) bezeichnet man jeden Altaraufsatz - im deutschen Sprachgebrauch oft einfach mit Altar gleichgesetzt -, also eine Schauwand, die entweder direkt auf die Mensa eines Altars mit oder ohne Predella aufgesetzt ist, auf einem separaten Unterbau hinter dem Altartisch aufgestellt oder an der Wand hinter dem Altar befestigt ist. Der Name kommt vom lateinischen Wort retabulum, das sinngemäß „rückwärtige Tafel“ bedeutet.

Das Gegenstück zum Retabel ist das Antependium, das gemäß der Bezeichnung an der vorderen Mensakante angebracht vor dem Altartisch auf Beinhöhe des Zelebranten hing. Diese Form der Altargestaltung kam im Mittelalter auf.


Der höhere Mittelteil des Altaraufsatzes zeigt die bekannte Kreuzigungsszene - natürlich mit Soldaten, aber darunter auffällig viele Berittene. Davor bzw. darunter die Gruppe der Frauen um die in ihrem Leid zusammengesunkene Maria. Übergroß wird die Büßerin Magdalena mittig unter dem Kreuz dargestellt.

Unter den auf der rechten Seite dargestellten Soldaten fällt eine Reiterdarstellung  besonders ins Auge, da dem Betrachter das Hinterteil des Pferdes und der Rücken des Reiters zugewandt ist. Zwischen den Beinen eines Fußsoldaten liegt ein Hund, das Symbol für die christliche Tugend.

 

Die Predella - Mittelteil zwischen Altaraufsatz und Altartisch

Tade Onken und Taddik Taddiken haben den Altar 1666 neu ausstaffiert
Tade Onken und Taddik Taddiken haben den Altar 1666 neu ausstaffiert

Der Altaraufsatz ist dreiflügelig, wobei die äußeren Elemente heute fest verankert sind.

Er steht auf der Predella, deren Geschichte von allerlei Veränderungen bestimmt ist. Aus Wikipedia ergänze ich: "In der bildenden Kunst versteht man unter der Predella die Gemälde oder Schnitzereien unterhalb des Altarbilds, unmittelbar über der Mensa. Die Predella hat oft thematischen Bezug zu den darüber dargestellten Szenen; bei einem Passionszyklus zum Beispiel die Grablegung Christi. Wegen der Nähe zum Altartisch (und wegen des breiten, niedrigen Bildformats) ist auch die Darstellung des letzten Abendmahls ein verbreitetes Predellenmotiv". 


Die Schrift des Mittelfeldes lässt sich so lesen: „Anno 1666  am 9 Oktob ist dies Altar zur Ere Gottes wieder reparirt worin auf stafieren lassen jeder Person das Feld darunter ihr Name steht. Dazu aber auch verehrt Tade Onken und Taddik RTaddiken jeder 2 RT (=Reichstaler). Item Auneit Frercke, Tiehmer Eucken, Tiem(er) Eulers, Tiade Gerds jeder 1 RT   Als Reichstaler wurde eine anfänglich im 16. Jahrhundert geschaffene reale, große (grobe) Kurantmünze im Werte von 24 (Reichs-)Groschen, 36 lübischen Schillingen oder 68…72 Kreuzern bezeichnet, die sich dann später – als viele Münzstände den vorgeschriebenen Münzfuß nicht mehr so genau einhielten – zur theoretischen Rechnungsmünze entwickelte. Dieser Prozess setzte schon zur Mitte des 16. Jahrhundert ein. (aus: Wikipedia)

Die Austeilung des Brotes auf dem Altaraufsatz in St. Marien
Die Austeilung des Brotes auf dem Altaraufsatz in St. Marien
Nimm und trink vom Kelch des Heiles - das Blut Jesu Christi für uns vergossen
Nimm und trink vom Kelch des Heiles - das Blut Jesu Christi für uns vergossen

Austeilung von Brot und Kelch

Links außen ist die Austeilung des Brotes bildlich dargestellt, innen daneben heißt es: „Unser Herr Jesus Christus in der nacht da er verraten ward, na(hm) er das Brod, danckt und brachs und gabs seinen Jüngern und sprach nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird, solches thut zu meiner“ (dort bricht der Text ab).

Rechts kann man entziffern: „Desselbigen Gleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl danket und gab ihnen den und sprach: nehmt hin und trinket alle darauß dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch und viele vergossen wird zu Vergebung der Sünden, Seligeskeit“,.

Die Tafel an der südlichen Außenseite zeigt die Darreichung des Kelches im Bild. Die Blickrichtung des darreichenden Pfarrers ist jeweils nach Außen gerichtet. Der kniend Empfangende scheint mir nicht der Gleiche zu sein; auf der nördlichen Tafel ist er von deutlich kleinerer Gestalt als der austeilende Geistliche.

Stifter und Geldgeber für die Renovierung

Inschrift dreier Namen: „Umme Siebels, Chrsitian Steffens und Olrich Hedden“
Inschrift dreier Namen: „Umme Siebels, Chrsitian Steffens und Olrich Hedden“
die Namensfelder auf der Südseite stammen aus sehr unterschiedlichen Zeiten
die Namensfelder auf der Südseite stammen aus sehr unterschiedlichen Zeiten
Farbflächen auf der Rückseite des Altars deuten auf eine frühere Bemalung hin
Farbflächen auf der Rückseite des Altars deuten auf eine frühere Bemalung hin

Seitlich trägt der Altaraufsatz auf der Nordseite die Inschrift dreier Namen: „Umme Siebels, Chrsitian Steffens und Olrich Hedden“;

auf der Südseite ist ein vergleichbares Namensfeld mit der Inschrift: „Dies Altar ist mit Verleihung Göttlicher Gnade ver mahlet von mir H Jacob Schliefers“ –

darunter aus wesentlich jüngerer Zeit in moderner Schrift: „A G Weerts von Hocksiel am 4 Mey 1820“.

 

Die Rückseitige Bemalung des Altaraufsatzes lässt sich nicht mehr als Bild erkennen, hier finden sich nur Spuren einer frühen Farbgebung.

 

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