Der mittelalterliche Meeres­einbruch der Harlebucht reichte mit seinen Ausläu­fern im Westen bis an die Geestränder im Raum Esens / Stedesdorf, im Süden bis Rispel/Cleverns und im Osten bis an die Altmarschen um Tettens und Hohenkirchen.

In einer kleinen Serie berichtet Karl-Heinz de Wall über die Dörfer dieser Region  - entnommen der Ausgabe des Jeverschen Wochenblattes vom 12. März 2005

Die verlandete Harlebucht ist heute die größte zusammen­hängende Seemarschfläche im Wanger- und Harlingerland. Sie umfasst eine Fläche von mehre­ren tausend Hektar und zeigt sich über weite Strecken als eine baumlose, von zahlreichen Grä­ben durchzogene Landschaft. Im Süden dominiert die Grün­landwirtschaft (Altmarschen), während im Norden der Acker­bau Priorität genießt (junge Marsch). Der Garmser Groden gehört dabei zu den größten und schönsten Groden der ehemali­gen Harlebucht. Das nicht zu­letzt, weil hier bis zum heutigen Tage viele Aspekte der Sied­lungsgeschichte deutlich ge­macht werden können.


Im Zuge mehrerer Sturmflu­ten drang hier die Nordsee im ausgehenden Mittelalter weit ins Binnenland ein. Den Deich­arbeitern vieler Generationen ist es zu verdanken, dass das alte Kulturland Schritt für Schritt zurück gewonnen werden konn­te. So wurden im 14./16. Jahr­hundert über 5.000 Hektar Län­dereien dem Meer wieder abge­rungen (Seriemer Groden, Werdumer Altengroden, Flächen am Werdumer Altendeich, Funnixer und Berdumer Großeriege, Flächen südlich der Eggelinger Straße, Medernser Altengroden, Tettenser Altengroden). Im 17. Jahrhundert folgten der Werdumer Groden, der Berdumer Altengroden, der Garmser Groden, der Enno-Ludwigs-Groden, der Kleinengroden, der Anhaltiner Groden, der Stullgroden, Klein- und Groß-Charlottengroden sowie der Spohiengroden (ca. 2.700 Hektar).

Der Kleine Groden bei Altharlingersiel, der Friederikengroden, der Carolinengroden, der Friedrichsgroden, der Friedrich-Augustengroden und der Neu-Friederikengroden wurden im 18. Jahrhundert zurück bedeicht. 1955/59 wurde schließlich noch der Harlesieler Groden einge­deicht.


Die Groden im Raume Garms spiegeln mithin die wesentli­chen Etappen der Deichge­schichte des 17. Jahrhunderts wider. Dabei geht der Name „Garms“ wohl auf eine alte Warfensiedlung zurück, die mit dem Bau des Medernser und Tettenser Altendeiches offensichtlich zunächst ausgedeicht worden ist, denn eine mächtige Einbruchstelle der sich damals bildenden Harlebucht lag auf der Grenze der Kirchspiele Hohenkirchen und Tettens.

 

Für das Harlingerland und Wangerland war es seinerzeit nichts Außerge­wöhnliches, alte Warfsiedlungen aufzugeben, um desto erfolgrei­cher von Süden her eine sichere Deichlinie aufbauen zu können. Der sog. Oesterdeich ent­stand, als die sich aufbauenden Grodengebiete nordwestlich von Tettens 1570 durch einen neuen Seedeich abgeschlossen werden konnten. Daran schließt sich der Groden von Südergarms an. Ein wichtiges Tief für die Ableitung des Binnenwassers war ur­sprünglich das Garmser Tief (später als Tettenser Tief be­zeichnet), das in ein altes „Garmssiel" mit unbekanntem Baujahr mündete. Das heutige Dorf Altgarmssiel geht auf diese Sielanlage, die damals an der zur See hin offenen Harlebucht lag, zurück. Chronisten überliefern, dass das Bauwerk in der Fast­nachtsflut von 1625 schwer in Mitleidenschaft gezogen worden sein soll.

1638  war  das   vorgelagerte  Grodengebiet (Großengarms) so weit verlandet, so dass auch diese große Fläche sicher eingedeicht werden konnte. Im Zuge der Bauarbeiten wurde auch ein neues Außendeichssiel geschaffen, nämlich Neugarmssiel (1649). Zwanzig Jahre später wurde in dieser Region die Deichlinie wieder nach Norden verschoben. Auf der harlingerländischen Seite war es der Enno-Ludwigsgroden und auf der wangerländischen Seite der nur etwa 80 Hektar große Kleinegroden (1658). Östlich von Neu­garmssiel folgte 1675 dann noch der Anhaltiner Groden. 1699 konnte dann noch der fast 300 Hektar große Sophiengroden gewonnen werden, der sich in der Bucht zwischen dem Groß- Charlotten-Groden und dem Anhaltiner Groden gebildet hatte. Neuer Sielort wurde Sophiensiel.

Das 17. Jahrhundert war da­mit sowohl auf harlingerländischer als auch auf wangerländischer Seite die große Zeit der Neulandgewinnungen. Es be­stand Bedarf an zusätzlichen Ländereien, und die konnten hier mit einem relativ geringen Aufwand gewonnen werden. Natürlich rechnete man auch mit spitzer Feder. So wurde er­mittelt, dass der Sophiengroden Deichbau Kosten von etwa 20.000 Talern erforderte, man aber schon nach zwei Jahren durch die außerordentlich guten Ernteerträge dieses Geld annähernd wieder heraus gewirtschaftet hatte. So gesehen war die Rückbedeichung der Harlebucht auch einen wirtschaftliche Erfolgsgeschichte.

Kontakt

Pastor Weber 2013 bei einer Segenshandlung
Pastor Weber 2013 bei einer Segenshandlung

Pastor

Fritz Weber

Schmiedestraße 7  Tettens

26434 Wangerland

 

Tel.: 04463 444  Fax: 04463 942549

fritz.weber(at)kirche-oldenburg.de

 

Zum 1. September 2015 verlässt die Pastorenfamilie das Kirchdorf.

Die Vakanzverwaltung ist Pastorin Gabriele Streicher angetragen worden.

Bahnhofstraße 4a  26434 Hohenkirchen  Tel.: 04463 942339

gabriele.streicher(at)kirche-oldenburg.de

oder Kirchenbüro Hohenkirchen Mo + Mi 9-12, Do 14-18 Uhr   04463 55005

 

Der Gemeindekirchenrat Tettens

Der Gemeindekirchenrat Middoge

Kirchenbüro: Freitags 8.00 - 12.00 Uhr

Tel.: 04463 444

christine.conring(at)kirche-oldenburg.de

 

Die Kirchengemeinde Oldorf wird ab 1. September 2015 betreut von

Pastorin Hanja Harke, Sillensteder Straße 10  26434 Waddewarden

Tel.: 04461 3213   oder Hanja.Harke(at)kirche-oldenburg.de

Mi 14-17 Uhr Kirchenbüro Dorothea Busma  04461 984752

Der Gemeindekirchenrat Oldorf

  • RSS
  • Zum Seitenanfang
  • Seite drucken

© 2010 Ev.-luth. Kirchengemeinde Tettens | Schmiedestraße 7 | 26434 Wangerland | Tel.: 04463-444 | E-Mail: kirchenbuero.tettens-middoge@No Spamkirche-oldenburg.de | http://tettens.kirche-oldenburg.de